Frau auf Sofa guckt nachdenklich

Kinderwunsch ab 40: Wie sind meine Chancen, um Schwanger zu werden?

Ein Kinderwunsch mit 40, 41, 42 oder 43 Jahren ist heute keine Seltenheit. Viele Frauen beschäftigen sich erst in dieser Lebensphase intensiver mit der Familienplanung – und treffen dabei schnell auf pauschale Aussagen über sinkende Fruchtbarkeit, AMH-Werte oder die Erfolgsaussichten einer künstlichen Befruchtung.

Tatsächlich verändert sich die weibliche Fruchtbarkeit mit zunehmendem Alter deutlich. Das Alter allein beantwortet aber noch nicht alle Fragen.

Entscheidend ist vielmehr, die persönliche Ausgangssituation möglichst früh zu kennen: Findet regelmäßig ein Eisprung statt? Wie groß ist die noch vorhandene Eierstockreserve? Sind Gebärmutter und Eileiter unauffällig? Gibt es Hinweise auf Endometriose oder andere Erkrankungen? Und wie ist die Fruchtbarkeit des Partners?

Warum verändert sich die Fruchtbarkeit ab 40?

Die weibliche Fruchtbarkeit nimmt nicht plötzlich mit dem 40. Geburtstag ab. Es handelt sich um einen biologischen Prozess, der bereits früher beginnt und sich mit zunehmendem Alter verstärkt.

Die Zahl der verfügbaren Eizellen nimmt ab. Frauen verfügen bereits bei ihrer Geburt über ihren späteren Vorrat an Eizellen. Dieser Vorrat wird im Laufe des Lebens kontinuierlich kleiner.

Auch die Wahrscheinlichkeit chromosomal unauffälliger Eizellen sinkt. Mit zunehmendem Alter steigt der Anteil von Eizellen mit Veränderungen der Chromosomenverteilung. Dadurch sinkt statistisch die Wahrscheinlichkeit, dass eine Befruchtung zu einer intakten Schwangerschaft und schließlich zur Geburt eines Kindes führt.

Deshalb sollten Eizellmenge und Eizellqualität nicht miteinander verwechselt werden. Eine Frau kann mit 41 oder 42 Jahren beispielsweise noch über eine vergleichsweise gute Eierstockreserve verfügen. Das bedeutet aber nicht, dass ihre Eizellen biologisch den Eizellen einer deutlich jüngeren Frau entsprechen.

Umgekehrt bedeutet eine geringe Eierstockreserve nicht automatisch, dass eine natürliche Schwangerschaft ausgeschlossen ist. Das Alter bleibt deshalb einer der wichtigsten Faktoren bei der Einschätzung der Fruchtbarkeit.

AMH-Wert ab 40: Was sagt er wirklich über meine Fruchtbarkeit aus?

Viele Frauen kommen mit einer ganz konkreten Frage in die Kinderwunschsprechstunde:

„Mein AMH-Wert ist niedrig – kann ich trotzdem schwanger werden?“

Grundsätzlich lautet die Antwort: Ja, ein niedriger AMH-Wert schließt eine Schwangerschaft nicht aus.

AMH steht für Anti-Müller-Hormon. Der Wert wird vor allem genutzt, um die sogenannte ovarielle Reserve, also die noch vorhandene Follikelreserve der Eierstöcke, einzuschätzen. Er hilft unter anderem bei der Frage, wie die Eierstöcke voraussichtlich auf eine hormonelle Stimulation reagieren könnten.

Was der AMH-Wert dagegen nicht zuverlässig messen kann, ist die Qualität einer einzelnen Eizelle. Auch die Wahrscheinlichkeit einer spontanen Schwangerschaft lässt sich aus dem AMH-Wert allein nicht ablesen.

Deshalb kann beispielsweise eine 42-jährige Frau mit relativ hohem AMH-Wert andere Erfolgsaussichten haben als eine 32-jährige Frau mit demselben Wert. Und auch das Gegenteil gilt: Ein niedriger AMH-Wert bedeutet nicht automatisch, dass keine Schwangerschaft mehr möglich ist.

Warum sollte AMH nie allein beurteilt werden?

Für eine sinnvolle Einschätzung der Eierstockfunktion werden mehrere Informationen zusammengeführt. Dazu können beispielsweise gehören:

  • Alter
  • AMH-Wert
  • Anzahl und Erscheinungsbild der antralen Follikel im Ultraschall
  • Zyklusverlauf und Eisprung
  • weitere Hormonwerte
  • bisherige Schwangerschaften oder Fehlgeburten
  • vorherige Kinderwunschbehandlungen

Die KINDERWUNSCH-ÄRZTE BERLIN führen Hormonuntersuchungen im eigenen Hormonlabor durch und kombinieren diese mit gynäkologischer Untersuchung und Ultraschalldiagnostik. Mehr zur Diagnostik

Ein Laborwert sollte deshalb nie isoliert darüber entscheiden, ob eine Behandlung sinnvoll erscheint oder nicht.

Welche Untersuchungen sind bei Kinderwunsch ab 40 besonders sinnvoll?

Mit zunehmendem Alter bekommt die zeitnahe und strukturierte Diagnostik eine größere Bedeutung. Gerade ab 40 sollte möglichst vermieden werden, einzelne Ursachen nacheinander über viele Monate auszuschließen.

Die aktuelle deutsche S2k-Leitlinie zur Diagnostik und Therapie vor einer assistierten reproduktionsmedizinischen Behandlung stellt deshalb eine strukturierte Paardiagnostik bei unerfülltem Kinderwunsch in den Mittelpunkt.

Hormonstatus und Zyklus

Hormonuntersuchungen können Hinweise darauf geben, ob der Zyklus und die Eizellreifung regelgerecht ablaufen. Neben den Sexualhormonen können abhängig von der individuellen Situation auch weitere Hormonsysteme eine Rolle spielen.

Ultraschall und Eierstockreserve

Im vaginalen Ultraschall können unter anderem Gebärmutter und Eierstöcke beurteilt werden. Gleichzeitig lässt sich die Zahl der sichtbaren kleinen Follikel – der sogenannte antrale Follikelcount – erfassen. Zusammen mit dem AMH-Wert entsteht so ein wesentlich aussagekräftigeres Bild der Eierstockreserve als durch einen einzelnen Laborwert.

Sind die Eileiter durchgängig?

Für eine natürliche Schwangerschaft müssen Ei- und Samenzelle aufeinandertreffen können. Deshalb kann abhängig von der Vorgeschichte auch eine Untersuchung der Eileiter sinnvoll sein. Die KINDERWUNSCH-ÄRZTE BERLIN bieten die Eileiterabklärung mittels Ultraschall beziehungsweise bei entsprechender Indikation auch operative Verfahren an.

Spermiogramm des Partners

Eine strukturierte Kinderwunschdiagnostik sollte die männliche Fruchtbarkeit von Anfang an berücksichtigen. Ein Spermiogramm untersucht unter anderem Konzentration, Beweglichkeit und Form der Spermien. Die Berliner Praxis führt Spermiogramme nach WHO-Kriterien durch.

Das ist gerade ab 40 wichtig: Wenn Zeit einen zunehmenden Einfluss auf die Erfolgsaussichten hat, sollten mögliche männliche und weibliche Ursachen möglichst parallel statt nacheinander untersucht werden.

Kann ich mit 40, 41, 42 oder 43 noch natürlich schwanger werden?

Ja. Auch mit über 40 kann eine natürliche Schwangerschaft entstehen.

Es gibt keinen festen Geburtstag, ab dem eine spontane Schwangerschaft biologisch unmöglich wäre. Die Wahrscheinlichkeit nimmt jedoch mit zunehmendem Alter ab. Deshalb sollte man zwei Fragen unterscheiden:

  • „Kann ich noch schwanger werden?“
  • „Wie hoch ist meine persönliche Wahrscheinlichkeit, schwanger zu werden?“

Auf die erste Frage kann auch mit 40, 41, 42 oder 43 häufig mit Ja geantwortet werden. Die zweite Frage lässt sich wesentlich schwieriger beantworten.

Eine 41-jährige Frau mit regelmäßigem Eisprung, durchgängigen Eileitern und unauffälligem Spermiogramm befindet sich beispielsweise in einer anderen Ausgangslage als eine gleichaltrige Frau mit Endometriose, stark eingeschränkter Eierstockreserve oder einem zusätzlichen männlichen Fertilitätsfaktor.

Deshalb gibt es keine seriöse Prozentzahl, die jeder Frau mit 41 oder 42 Jahren ihre persönliche Chance auf eine natürliche Schwangerschaft vorhersagen kann.

Ein regelmäßiger Zyklus allein ist ebenfalls kein Beweis für eine uneingeschränkte Fruchtbarkeit. Er kann zeigen, dass weiterhin eine regelmäßige Zyklusaktivität besteht, sagt jedoch nur begrenzt etwas über die Zahl und insbesondere die chromosomale Qualität der vorhandenen Eizellen aus.

Kinderwunsch mit 41, 42 oder 43: Warum jedes Jahr eine Rolle spielt

Gerade zwischen Anfang und Mitte 40 lohnt es sich, das Alter nicht einfach unter dem Begriff „über 40“ zusammenzufassen. Wie deutlich sich die statistischen Chancen von Lebensjahr zu Lebensjahr verändern können, zeigen Daten des Deutschen IVF-Registers.

Für IVF- und ICSI-Frischzyklen wurden folgende Ergebnisse pro erfolgtem Embryotransfer dokumentiert:

Alter der Frau

Klinische Schwangerschaft pro Embryotransfer

Geburten pro Embryotransfer

40 Jahre

23,1 %

ca. 13,8 %

41 Jahre

20,3 %

ca. 10,4 %

42 Jahre

15,4 %

ca. 7,7 %

43 Jahre

12,0 %

ca. 4,3 %

Einordnung: Diese Zahlen beschreiben IVF-/ICSI-Behandlungen in Frischzyklen und dürfen nicht als Wahrscheinlichkeit einer natürlichen Schwangerschaft verstanden werden. Sie zeigen jedoch, dass sich die statistischen Behandlungsergebnisse auch innerhalb der Altersgruppe „über 40“ von Lebensjahr zu Lebensjahr deutlich verändern.

Das Deutsche IVF-Register dokumentiert außerdem eine mit dem Alter steigende Fehlgeburtenrate. Für Frauen mit Kinderwunsch bedeutet das nicht, dass eine Schwangerschaft mit 42 oder 43 aussichtslos wäre. Es bedeutet vielmehr, dass eine fundierte Einschätzung und gegebenenfalls Behandlung nicht unnötig aufgeschoben werden sollte.

Wann sind IVF oder ICSI ab 40 sinnvoll?

Das Alter allein ist keine automatische Indikation für eine IVF oder ICSI. Eine Kinderwunschbehandlung sollte sich danach richten, welches Hindernis einer Schwangerschaft tatsächlich entgegensteht und welche Behandlung unter den individuellen Voraussetzungen sinnvoll erscheint.

IVF: Nach einer hormonellen Stimulation werden Eizellen entnommen und außerhalb des Körpers mit den Spermien zusammengebracht.

ICSI: Ein einzelnes Spermium wird direkt in die Eizelle eingebracht. Dieses Verfahren kann insbesondere bei bestimmten Einschränkungen der männlichen Fruchtbarkeit sinnvoll sein.

Eine ICSI ist deshalb nicht einfach eine „intensivere IVF“, die aufgrund des höheren Alters automatisch bessere Ergebnisse liefert.

Auch eine IVF kann den biologischen Alterungsprozess der eigenen Eizellen nicht rückgängig machen. Das Ziel einer Behandlung besteht daher nicht darin, das Alter therapeutisch „auszugleichen“. Vielmehr geht es darum, die vorhandenen Voraussetzungen möglichst sinnvoll zu nutzen und andere Hindernisse für eine Schwangerschaft zu erkennen beziehungsweise zu umgehen.

Zum Behandlungsspektrum der KINDERWUNSCH-ÄRZTE BERLIN

Weniger Eizellen – ist immer eine maximale Stimulation notwendig?

Nicht unbedingt. Bei Frauen mit einer niedrigen Fertilitätsreserve ist die Frage besonders relevant, wie stark eine hormonelle Stimulation überhaupt sinnvoll ist.

Wenn nur wenige Follikel auf eine Stimulation reagieren können, führt eine immer höhere Medikamentendosis nicht zwangsläufig zu entsprechend mehr Eizellen. Hier können – abhängig von der individuellen Situation – unterschiedliche Stimulationskonzepte diskutiert werden.

Die KINDERWUNSCH-ÄRZTE BERLIN führen in ihrem Behandlungsspektrum beispielsweise auch eine Mini-IVF für Patientinnen mit niedriger Fertilitätsreserve auf. Das bedeutet jedoch nicht, dass eine Mini-IVF grundsätzlich die bessere Behandlung für Frauen über 40 ist.

Entscheidend sind unter anderem Eierstockreserve, vorherige Reaktion auf Stimulationen, Zyklus, bisherige Behandlungen und das individuelle Therapieziel.

Was lässt sich bei Kinderwunsch ab 40 beeinflussen – und was nicht?

Eine realistische Beratung sollte beides klar benennen.

Nicht rückgängig machen lässt sich das biologische Alter der eigenen Eizellen. Auch Nahrungsergänzungsmittel, besondere Ernährungsformen oder eine besonders hohe Medikamentendosis können die altersbedingten Veränderungen der Eizellen nicht einfach aufheben.

Sehr wohl beeinflussen lässt sich aber, wie zielgerichtet mit der vorhandenen Zeit und den vorhandenen Voraussetzungen umgegangen wird.

  • mögliche Ursachen früh erkennen
  • weibliche und männliche Faktoren parallel untersuchen
  • unnötige Wartezeiten vermeiden
  • die Stimulationsstrategie an die Eierstockreserve anpassen
  • die geeignete Befruchtungsmethode auswählen
  • Begleiterkrankungen wie Endometriose oder hormonelle Störungen berücksichtigen

Das ist gerade bei einem Kinderwunsch mit 40 oder darüber häufig wichtiger als die Suche nach einem einzelnen vermeintlich entscheidenden Laborwert.

Wann sollte ich mit über 40 ein Kinderwunschzentrum aufsuchen?

Bei Frauen unter 35 wird üblicherweise zunächst eine längere Phase mit regelmäßigem ungeschütztem Geschlechtsverkehr abgewartet, bevor eine Kinderwunschdiagnostik begonnen wird. Mit zunehmendem Alter verkürzt sich dieser Zeitraum.

Die American Society for Reproductive Medicine empfiehlt bei Frauen ab 35 Jahren eine Abklärung nach sechs Monaten erfolgloser Versuche. Bei Frauen über 40 kann eine unmittelbarere Abklärung und gegebenenfalls Behandlung sinnvoll sein. Das bedeutet nicht: „Mit 40 muss sofort eine IVF durchgeführt werden.“ Es bedeutet: „Mit 40 sollte möglichst früh bekannt sein, wie die persönliche Ausgangssituation aussieht.“

Eine Untersuchung kann zeigen, dass weitere natürliche Versuche medizinisch vertretbar erscheinen. Sie kann aber ebenso Faktoren aufdecken, bei denen längeres Abwarten die ohnehin begrenzte reproduktive Zeit unnötig verkürzen würde.

Kinderwunsch ab 40 in Berlin: erst verstehen, dann entscheiden

Alter, AMH-Wert und Eierstockreserve liefern wichtige Informationen. Keiner dieser Faktoren sollte jedoch für sich allein darüber entscheiden, welcher Weg bei einem Kinderwunsch sinnvoll ist.

Gerade mit 40, 41, 42 oder 43 Jahren ist eine strukturierte Diagnostik deshalb besonders wertvoll.

Bei den KINDERWUNSCH-ÄRZTEN BERLIN in Berlin-Zehlendorf können die notwendigen Untersuchungen und möglichen nächsten Schritte gemeinsam besprochen werden. Zum diagnostischen Angebot gehören unter anderem Hormonuntersuchungen im eigenen Hormonlabor, Ultraschalldiagnostik, Eileiterdiagnostik sowie die Untersuchung der männlichen Fruchtbarkeit. Zum Behandlungsspektrum zählen je nach Befund unter anderem Zyklusbehandlung, Insemination, IVF, ICSI und unterschiedliche Stimulationskonzepte.

Sie haben einen Kinderwunsch mit 40, 41, 42 oder 43 Jahren?

Lassen Sie Ihre persönliche Ausgangssituation frühzeitig untersuchen. So lässt sich besser einschätzen, ob weitere natürliche Versuche sinnvoll erscheinen oder welche Form der Kinderwunschbehandlung zu Ihren Voraussetzungen passen könnte.

ERSTGESPRÄCH VEREINBAREN
„Die Gewissheit nach einer Untersuchung, dass alles in Ordnung ist, wirkt in vielen Fällen sehr entspannend auf das weitere partnerschaftliche Leben.“

Unser Leistungsspektrum der Kinderwunschbehandlung im Kinderwunschzentrum "KINDERWUNSCH ÄRZTE BERLIN"


  • Monitoring zur Zyklusüberwachung und -Optimierung
  • Hormonelle Einstellung
  • Hormonelle Stimulation zur Zyklusoptimierung
  • Homologe Insemination (Samenübertragung)
  • Heterologe Insemination (Fremdsamenspende)
  • In-Vitro-Fertilisation (IVF)
  • Intracytoplasmatische Spermieninjektion (ICSI)
  • ICSI mit aus dem Hodengewebe gewonnenen Spermien (TESE)
  • Blastozystenkultur (verlängerte Kultivierung von Embryonen)
  • Assisted Hatching (Schlupfhilfe zur Einnistung)
  • Embryo-Glue (Embryonenkleber)
  • Endometrium Scratching
  • Kryokonservierung von Samen und Hodengewebe
  • Kryokonservierung von befruchteten Eizellen/unbefruchteten Eizellen
  • Einsatz spezieller Einfrierverfahren (Vitrifikation)
  • Social freezing
  • Polkörperdiagnostik
  • EmbryoScope (Time-Lapse-Inkubator)
  • ERA-Test
  • Mini-IVF (kostengünstiges Verfahren, z.B. für Kinderwunschpatientinnen mit niedriger Fertilitätsreserve)
  • Beratung und Behandlung von Krebspatientinnen mit Kinderwunsch
  • Fertilitätsprotektive Maßnahmen
  • Beratung zu Operationen (Bauchspiegelung, Gebärmutterspiegelung)
  • Unterstützung durch Naturheilverfahren
  • Psychologische Beratung
  • Akupunktur
  • CatSper-Test (CATflux-Test zur Testung des CatSper-Kanals der Spermien)

Glossar


Fachbegriffe schnell erklärt
Von Amenorrhoe bis Zygote: Hier finden Sie eine Übersicht medizinischer Fachbegriffe und deren Erläuterungen.

Amenorrhoe
Ausbleiben einer Periode bei einer Frau im gebärfähigen Alter.

Androgene
Männliche Hormone

Assisted hatching (Schlüpfhilfe)
Einritzen der äußeren Eihülle des Embryos mit einem Laser, um die Einnistung des Embryos in die Gebärmutterschleimhaut zu erleichtern.

Azoospermie
Das komplette Fehlen von Spermien in der Samenflüssigkeit.

Basale Körpertemperatur
Niedrigste Temperatur, die der Körper haben kann. Gemessen wird direkt nach dem Aufwachen und vor jeglicher Aktivität. Ein Anstieg dieser Temperatur um etwa ein halbes Grad nach ca.14 Tagen in einem 28-tägigen Zyklus weist darauf hin, dass ein Eisprung stattgefunden hat.

Bauchhöhlenschwangerschaft (ektopische Schwangerschaft)
Eine Schwangerschaft, bei der sich der Embryo außerhalb des Uterus einnistet. Er ist nicht lebensfähig.

Bauchspiegelung (Laparoskopie)
Endoskopie des Bauchraums und seiner Organe. Zur Erkundung von Lage, Größe und Zustand der Bauchorgane.

Beckenentzündung
Überbegriff für Entzündungen der Gebärmutter, der Eileiter und/oder der Eierstöcke, die zu Vernarbungen oder zu Verklebungen führen können. Kann durch Infektionen, Viren, Pilze, Parasiten oder Bakterien verursacht werden und ist oft auch mit sexuell übertragbaren Krankheiten verbunden.

Biopsie
Entfernung eines kleinen Stückchens Körpergewebe für eine mikroskopische Untersuchung.

Blastozystentransfer
Methode, bei der sich ein Embryo für 5 bis 6 Tage entwickelt, bevor er in die Gebärmutter implantiert wird.

Cervixschleim
Sekret, das von Drüsen im Gebärmutterhals gebildet wird. Es fördert den Transport der Spermien und schützt vor Infektionen.

Chlamydien
Sexuell übertragbare Mikroorganismen, die zu einer Infektion der Geschlechtsteile führen können. Unbehandelt können sie zu Fruchtbarkeitsproblemen führen.

Chromosomen
Bestandteile des Zellkerns und Träger der Erbmasse. Die Chromosomen bestehen hauptsächlich aus Desoxyribonukleinsäure (DNS), dem eigentlichen Erbmaterial, das bei Zellteilung auf die Tochterzellen übergeht. Der Mensch besitzt 2 x 23 = 46 Chromosomen. 22 Chromosomenpaare sind nicht an der Geschlechtsbestimmung beteiligt. Das 23. Paar, die Geschlechtschromosomen, ist bei Mann und Frau unterschiedlich ausgebildet: Die Frau besitzt je Zellkern zwei X-Chromosomen, der Mann ein ungleiches Paar, ein X- und ein Y-Chromosom. Je nachdem, welches Chromosom die Samenzelle trägt, die die Eizelle befruchtet, wird das Geschlecht eines Jungen oder Mädchens festgelegt

Clomifen
Medikament zur leichten Stimulation der Eizellreifung.

Downregulation
Medikamentöse Entkopplung der Hirnanhangdrüse vom Zyklusgeschehen, um ein vorzeitiges Auslösen des Eisprungs im Behandlungszyklus zu vermeiden.

Eierstöcke (Ovarien)
Zweifach angelegte, pflaumengroße Organe der Frau, in denen befruchtungsfähige Eizellen produziert werden. Die Eierstöcke bilden die Hormone Östrogen und Gestagen.

Endometriose
Gebärmutterschleimhaut, die an anderen Stellen als der Innenseite der Gebärmutter vorkommt.

Eileiter (Tuben)
Trichterförmiges Organ der Frau, in dem die Samenzellen zum Ei und die befruchteten Eier in die Gebärmutterhöhle geleitet werden.

Eileiterschwangerschaft (Extrauteringravidität)
Einnistung des Embryos in einem der Eileiter statt in der Gebärmutterhöhle.

Ejakulat
Samenflüssigkeit, die beim männlichen Orgasmus abgegeben wird. Sie soll die Spermien zu ihrem Bestimmungsort transportieren.

Embryo
Ab Verschmelzung der Erbanlagen wird von einem Embryo gesprochen. Ab dem 3. Schwangerschaftsmonat wird das sich entwickelnde Kind als Fötus (oder Fetus) bezeichnet.

Embryonentransfer
Übertragung einer Eizelle in die Gebärmutter im Rahmen einer Befruchtung außerhalb des Körpers.

Endometriose
Wucherungen versprengter Gebärmutter-Schleimhautzellen außerhalb der Gebärmutter im Bauchraum, die dort Beschwerden verursachen können. Häufig die Ursache ungewollter Kinderlosigkeit.

Endometrium
Gebärmutterschleimhaut.

Fertilisation
Befruchtung.

Follikel
Flüssigkeitsgefüllte Eibläschen, in denen sich die Eizellen befinden und die in den Eierstöcken reifen.

Follikelstimulierendes Hormon (FSH)
Hormon, das das Wachstum und die Entwicklung der Eizellen fördert.

Gebärmutter
Teil der weiblichen Geschlechtsorgane, in dem das Kind ausgetragen wird. Sie besteht aus dem Gebärmuttermund, dem Gebärmutterhals und der Gebärmutterhöhle. In die Gebärmutter münden beide Eileiter.

Gebärmutterhals
Enger Teil der Gebärmutter, der mit dem oberen Ende der Vagina verbunden ist.

Gelbkörper
Der nach dem Eisprung übrig gebliebene Rest des Eibläschens erhält nach einer Umwandlung eine gelbliche Farbe, daher Gelbkörper.

Hormone
Körpereigene Substanzen mit stimulierender Wirkung auf spezifische Zielorgane.

Hysteroskopie
Gebärmutterspiegelung

Intrauterine Insemination (IUI)
Insemination ist die Übertragung von Samen in die Scheide oder Gebärmutter mithilfe eines Katheters. Bei der IUI wird der Samen in die Gebärmutter, möglichst nahe an das Ei, gebracht.

Intrazytoplasmatische Spermieninjektion (ICSI)
Verfahren der assistierten Befruchtung, bei der ein einzelnes Spermium mithilfe einer dünnen Hohlnadel in eine entnommene Eizelle gespritzt wird. Wird meist bei schlechter Spermienqualtität durchgeführt.

In-vitro-Fertilisation (IVF)
Verfahren der assistierten Befruchtung, die Befruchtung erfolgt hierbei außerhalb des Körpers.

Kryokonservierung
Methode, bei der Eizellen im Vorkernstadium tiefgefroren (kryokonserviert) werden. Sie können so über mehrere Jahre aufbewahrt werden.

Luteinisierendes Hormon (LH)
Hormon, das den Eisprung auslöst.

Menses
Das Abstoßen der Uteruswand aus dem Körper im Rahmen einer Blutung. Wenn keine Schwangerschaft vorliegt, kommt es ungefähr alle 28 Tage zur Menstruation.

Mikrochirurgische Epididymale Spermienaspiration (MESA)
Verfahren der Spermiengewinnung, wenn sich im Ejakulat keine Spermien befinden. Mit einem kleinen operativen Eingriff wird dafür ein wenig Gewebe mit Spermien aus dem Nebenhoden entnommen.

Mumps
Erkranken Männer nach der Pubertät an dieser Viruserkrankung, kann die Fähigkeit der Hoden, Spermien zu produzieren, eingeschränkt werden.

Myom
Gutartiges Geschwulst in der Gebärmutter, das aus Muskelgewebe besteht. Myome können manchmal der Grund für anhaltende Unfruchtbarkeit oder Fehlgeburten sein.

Östrogen
Weibliches Geschlechtshormon, das in den Eierstöcken gebildet wird und die Gebärmutterschleimhaut aufbaut.

Oligospermie
Zustand, bei dem im Ejakulat weniger Samenzellen als normal enthalten sind.

Ovulationsinduktion
Durch Hormon- und Ultraschallkontrolle wird der optimale Zeitpunkt für das Auslösen des Eisprungs (durch gezielte Hormoninjektion) ermittelt.

Polyzystisches Ovar (PCO-Syndrom)
Infolge einer Zystenbildung im Eierstock ist bei diesem Krankheitsbild die hormonelle Funktion gestört.

Polkörper
Bestandteil einer reifen Eizelle, der durch die Reifeteilung (Meiose) entsteht. Enthält die gleiche genetische Information wie die Eizelle.

Polkörperdiagnostik (PKD)
Eine spezielle Chromosomenanalyse an den Eizellen, um Rückschlüsse auf den genetischen Status der Eizelle (im Hinblick auf Chromosomen-Fehlverteilungen) zu bekommen.

Progesteron
Hormon, das vom Gelbkörper gebildet wird und die Gebärmutterschleimhaut auf die Einnistung des Embryos vorbereitet.

Prostata
Unterhalb der Blase liegende, kastaniengroße Drüse beim Mann. Die Prostata gibt Sekrete in die Samenflüssigkeit, die die Fortbewegung der Spermien unterstützen.

Stimulation
Teil der IVF-Therapie, bei der durch Hormongaben ein Maximum an Eizellen in den Eierstöcken heranreift.

Spermien oder Spermatozoen
Reproduktive Zellen, die die genetische Information des Mannes in die weibliche Eizelle bringen.

Spermiogramm
Ein Spermiogramm (Ergebnis einer Ejakulatanalyse) dient der Beurteilung der Zeugungsfähigkeit des Mannes.

Sterilität
Wenn sich bei regelmäßigem Geschlechtsverkehr über ein Jahr keine Schwangerschaft einstellt, wird von einer Unfruchtbarkeit ausgegangen. Diese muss allerdings nicht endgültig sein.

Testikuläre Spermienextraktion (TESE)
Wenn sich im Ejakulat keine Spermien befinden, kann mit einem kleinen operativen Eingriff Spermiengewebe aus den Hoden oder Nebenhoden (MESA) entnommen werden.

Vagina (Scheide)
Die weibliche Scheide ist der Teil der Geschlechtsorgane, der die äußeren und inneren Geschlechtsorgane miteinander verbindet (auch Geburtskanal genannt).

Zygote
Die Zelle, die bei der Befruchtung einer Eizelle durch eine Spermie entsteht. Rechtlich gilt sie bereits als Embryo im Sinne des Embryonenschutzgesetzes.

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